Newsletter Nr. 42, September 2026

Expertengruppe Cancer Survivorship: Erster nationaler Konsensus zu Cancer Survivorship in der Schweiz und Integration in den schweizerischen Krebsplan

von Eva Maria Tinner1

Im November 2025 war es soweit: Die ersten nationalen Konsensusempfehlungen zur koordinierten Cancer Survivorship Care wurden publiziert und gleichzeitig am Fachkongress SOHC präsentiert. 

Das Dokument legt einen Orientierungsrahmen für die koordinierte Betreuung von Menschen fest, die eine Krebserkrankung überlebt haben. Wie und ob die Empfehlungen Eingang gefunden haben in den Nationalen Krebsplan bis 2032, besprechen wir an unserem Anlass:

Erster nationaler Konsensus und zu Cancer Survivorship in der Schweiz und Integration in den schweizerischen Krebsplan

Datum: Mittwoch, 14. Oktober 2026
Zeit: 17.00 bis 18.00 Uhr
Teilnahme: online via Webex https://insel.webex.com/insel/j.php?MTID=m8077a63033b39cac9c8a03c57da66bd0
Die Teilnahme ist kostenlos.
Referate: 

  • Prof. Dr. med. Miklos Pless, Swiss Cancer Institute, Vorstandsmitglied Oncosuisse, Kantonsspital Winterthur
  • Dr. med. Eva Maria Tinner, Kinderonkologin und kinderonkologische Leiterin Cancer Survivorship-Sprechstunden Kantonsspital Baselland und Inselspital Bern

Leiten Sie diese Information sehr gerne an interessierte Fachpersonen weiter. Wir freuen uns auf die interessanten Beiträge und die Diskussion mit Ihnen.

Link: Expertengruppe Cancer Survivorship 

1 Dr. med. Eva Maria Tinner, Oberärztin pädiatrische Onkologie und Hämatologie, Kinderklinik, Inselspital, Universitätsspital Bern und Universität Bern, und Wissenschaftliche Mitarbeiterin Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, Kantonsspital Baselland, Liestal.

 

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Kryoablation als lokale Option im multimodalen Behandlungskonzept

von Michael Brönnimann2

Die interventionelle Onkologie ergänzt Chirurgie, Strahlentherapie und Systemtherapie als vierte Säule der modernen Krebsbehandlung. Ihr besonderer Wert liegt in der Möglichkeit einer gezielten lokalen Tumorkontrolle bei geringer systemischer Belastung. 

Gerade bei einer oligometastatischen oder oligoprogressiven Erkrankung kann eine lokale Ablation einzelne relevante Herde kontrollieren und somit ein bestehendes onkologisches Behandlungskonzept sinnvoll ergänzen. 

Die Kryoablation nutzt Kälte statt Hitze

Unter CT- oder Ultraschallsteuerung werden eine oder mehrere Kryosonden gezielt im Tumor platziert. Durch wiederholte Gefrier- und Auftauzyklen entsteht ein Eisball, der während des Eingriffs direkt bildgebend kontrolliert werden kann. 

Diese Sichtbarkeit der Ablationszone ist besonders wertvoll, wenn empfindliche Strukturen in unmittelbarer Nähe liegen. Dabei entspricht der sichtbare Eisball nicht vollständig der zytotoxischen Zone, weshalb ein ausreichender onkologischer Sicherheitsabstand entscheidend bleibt.

Wo sehe ich den grössten klinischen Nutzen?

1. Oligoprogression und pulmonale Oligometastasen

Bei wenigen lokal behandelbaren Herden kann eine Ablation eine lokale Tumorkontrolle ermöglichen und bei ausgewählten Patienten helfen, eine ansonsten wirksame Systemtherapie weiterzuführen. 

Welche lokale Methode am besten geeignet ist, wird interdisziplinär entschieden. Die prospektive SOLSTICE-Studie unterstützt die Kryoablation als wirksame lokale Therapie bei sorgfältig selektionierten pulmonalen Metastasen.

2. Schmerzhafte Knochenmetastasen

Die Kryoablation kann eine rasche und anhaltende Schmerzreduktion bewirken. Sie ist besonders relevant bei ungenügender Wirkung oder limitierter Möglichkeit einer Radiotherapie sowie in Kombination mit Zementoplastik oder Stabilisierung.

3. Extraabdominelle Desmoidtumoren

Bei progredienten oder symptomatischen, technisch zugänglichen Läsionen stellt die Kryoablation eine organ- und funktionserhaltende lokale Therapieoption mit guten prospektiven Daten dar.

Die Frage fürs Tumorboard

Bei begrenzter Progression sollte nicht nur gefragt werden, welche nächste Systemlinie verfügbar ist, sondern auch, ob die progrediente Läsion lokal sinnvoll und sicher behandelbar ist. Eine Vorstellung in der Interventionellen Radiologie legt die Technik nicht fest: Wir prüfen die Kryoablation im Vergleich zu anderen Ablationsverfahren sowie zur stereotaktischen Strahlentherapie (SBRT) und zu chirurgischen Optionen.

Für eine rasche Einschätzung helfen die aktuelle Staging-Bildgebung, die Histologie, die laufende Systemtherapie, die bisherigen lokalen Therapien und ein klar formuliertes Therapieziel. Die Fälle können im zuständigen interdisziplinären Tumorboard oder direkt mit der Interventionellen Radiologie besprochen werden.

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Vertiefung Kryoablation:

Kryoablation in der Interventionellen Onkologie.
Klinische Entscheidungshilfe und reales Inselspital-Fallbeispiel

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Literatur

  • Brönnimann et al. (2026). Trajectory-Based Trauma Index and Pleural Infiltration Predict Pneumothorax After CT-Guided Lung Cryoablation. Journal of Vascular and Interventional Radiology, 108999.
  • CIRSE European Curriculum and Syllabus for Interventional Oncology, 2nd edition, 2025: zentrale europäische Grundlage für Indikation, Patientenselektion und interdisziplinäre Einbettung der interventionellen Onkologie. CIRSE IO Curriculum 2025
  • Ryan et al. (2022). CIRSE Standards of Practice on Thermal Ablation of Bone Tumours, Cardiovascular and interventional radiology, 45(5), 591-605.
  • Callstrom et al. (2020). Multicenter study of metastatic lung tumors targeted by interventional cryoablation evaluation (SOLSTICE). Journal of Thoracic Oncology, 15(7), 1200-1209. MOTION, Kryoablation schmerzhafter Knochenmetastasen: PubMed
  • Kurtz, et al. (2021). CRYODESMO-O1: A prospective, open phase II study of cryoablation in desmoid tumour patients progressing after medical treatment. European Journal of Cancer, 143, 78-87.

2 Dr. med. Michael P. Brönnimann, EBIR, ist Oberarzt I und Leiter Interventionelle Radiologie am Universitätsinstitut für Diagnostische, Interventionelle und Pädiatrische Radiologie des Inselspitals. 

 

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Nächste SAMO-Meetings

von Peter Rüegg3

Dies sind die bevorstehenden SAMO-Treffen der zweiten Jahreshälfte 2026:

SAMO Highlights of the Year 2026
Termin: 2. November 2026
Ort: Hotel Bern, Zeughausgasse 9, 3011 Bern
Registrierung: kostenlos

SAMO Interdisciplinary Workshop on Lymphoma
Termin: 6./7. November 2026
Ort: Hotel Aare Thun, Freienhofgasse 3, 3600 Thun
Registrierung: CHF 200 (inklusive Abendessen und Hotelübernachtung)

Fallpräsentationen: Teilnehmende sind herzlich eingeladen, eigene Fälle einzureichen, Kontakt: Marc Marbot. Für die ausgewählten Fallpräsentationen fallen keine Anmelde- und Übernachtungsgebühren an. Die beste Fallpräsentation des Workshops wird prämiert.

Registrierung online unter www.samo-workshop.ch
Nachdem Sie sich mit Ihrem persönlichen Konto angemeldet haben, navigieren Sie zum gewünschten Termin und klicken Sie auf «Book now».

 

3 Peter Rüegg ist Content Manager des UCI

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Tumororthopädie – Fallvorstellung am Sarkomboard

von Christa Weiss4

Wie erleben Betroffene den Weg durch die komplexe Behandlung eines Sarkoms? 

In persönlichen Videogeschichten geben Patientinnen und Patienten Einblick in ihre Erfahrungen und eröffnen damit eine andere Perspektive auf die interdisziplinäre Sarkomversorgung. Entdecken Sie die Geschichten und erfahren Sie mehr über das Sarkomzentrum und die Möglichkeit, Ihren Fall am Sarkomboard vorzustellen.

Links:

 

4 Christa Weiss ist Marketingbeauftragte der Universitätsklinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie.

 

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Der Weg zur Diagnose. Lungenkrebs eingehend abklären

von Peter Rüegg3

Wie verläuft der Weg von ersten Symptomen bis zur gesicherten Diagnose? Am Donnerstagabend, 15. Oktober 2026, 17–19 Uhr, erklären Fachpersonen des Lungenkrebszentrums am Inselspital Bern gemeinsam mit dem Verein «Leben mit Lungenkrebs» den Weg von einem ersten Verdacht über die Diagnose bis hin zur passenden Therapie. Betroffene und Angehörige erhalten Gelegenheit zum Austausch.

Link: Information und Anmeldung.  

3 Peter Rüegg ist Content Manager des UCI.

 

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«Die Woche zum Leben mit dem Tod»: Eine Berner Idee wird zur schweizweiten Bewegung

von Peter Rüegg3

Das Lebensende betrifft uns alle und niemand weiss, wie viel Zeit ihm bleibt. Deshalb rückt die Bewegung «endlich.menschlich.» den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Diesen Herbst findet die «Woche zum Leben mit dem Tod» erstmals in der ganzen Schweiz statt.

Was 2024 in Bern als Stadtfestival begann, wird diesen Herbst national: von der Ostschweiz über Luzern und Basel bis ins Tessin und nach Genf. Bern bleibt dabei der Leuchtturm.

Der Ursprung

Das erste Festival «endlich.menschlich.» 2024 brachte über 1000 Teilnehmende, mehr als 100 Veranstaltungen und über 60 beteiligte Organisationen zusammen. Dabei wurde deutlich, wie gross das Bedürfnis ist, offen über Sterben, Tod und Trauer zu sprechen – solidarisch, zugewandt und mitfühlend. In Bern wurden die Charta zum Lebensende und die erste Compassionate City der Schweiz konkret erlebbar.

Das Lebensende macht Schule

Der Berufsverband Bildung Bern widmete dem Thema eine ganze Ausgabe seiner pädagogischen Zeitschrift «Schulpraxis». Es versammelt Beiträge von Fachpersonen aus Medizin, Pädagogik, Palliative Care und Kultur.

Niederschwellig und meist kostenlos

Das Programm der Woche «endlich.menschlich.» reicht von Konzerten, Theater und Film über Erzähl- und Trauercafés, Workshops, Podiumsgespräche und Kunstinstallationen bis hin zu Ritualen im öffentlichen Raum. Sie sind bewusst so konzipiert, dass Teilhabe unabhängig von Einkommen oder Lebenssituation möglich ist.

Links

 

3 Peter Rüegg ist Content Manager des UCI

 

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17. September 2026